Steuerfachangestellte - was ist das und was machen die?
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Was sind Steuerfachangestellte eigentlich?
Steuerfachangestellte arbeiten gewöhnlich nach einer dreijährigen Berufsausbildung als Mitarbeiter eines Steuerberaters oder einer Steuerberaterin. Sie machen insbesondere Buchhaltung und Steuererklärungen. Die übliche Abkürzung ist StFA
Was machen Steuerfachangestellte?
Steuerfachangestellten machen Steuererklärungen, das war mir immer klar. Allerdings machen sie etwas anderes noch viel mehr - nämlich Buchführung. Viele machen sogar ausschließlich Buchführung, andere aber je nach Erfahrung auch noch viel anderes: wenn Sie nämlich aus der Buchführung den Jahresabschluss erstellen, daraus dann etwa die Steuererklärungen für die betrieblichen Steuern erstellen, dazu dann auch die privaten Steuererklärungen des Mandanten und vielleicht auch noch die Lohnbuchhaltung, wenn der Mandant Angestellte hat, machen. Dazu kommen unter Umständen noch administrative Tätigkeiten im Sekretariatsbereich.
Wie wird man Steuerfachangestellter?
Steuerfachangestellter ist ein kaufmännischer Ausbildungsberuf, den man nur bei einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater erlernen kann*. Die Ausbildung dauert drei Jahre, Verkürzungen sind möglich. Allerdings werden auch Umschulungen zum Steuerfachangestellten, die dann nur zwei Jahre dauern, vom den Arbeitsagenturen zur Zeit relativ gern gefördert, da die Nachfrage nach Steuerfachangestellten zur Zeit ziemlich hoch ist.
Die wichtigsten Fächer sind Rechnungswesen, Jahresabschluss, Steuerwesen und Recht.
*streng genommen auch noch bei anderen Angehörigen der steuerberatenden Berufe.
Und wie ist das so als Steuerfachangestellte? Wie ist der Tagesablauf eines Steuerfachangestellten?
Die häufigste Tätigkeit ist das "Buchen": Man hat z.B. einen Ordner voller Belege, also z.B. Rechnungen (oder die Belege in elektronischer Form), die erfasst werden sollen. Man prüft jeden Beleg kurz, indem man ihn daraufhin überfliegt, ob Datum, Rechnungsnummer und weitere Angaben fehlen, sieht dann nach, worum es geht (z.B. um den Kauf von Büromaterial), und tippt dann in ein Programm (Steuerberater benutzen häufig Datev, es gibt aber auch Alternativen wie z.B. Agenda) den Betrag, das Rechnungsdatum, die Rechnungsnummer und einen kurzen Text (z.B. Bürohaus Müller, wenn die die Rechnung geschickt haben) ein. Dann folgt noch das, wofür das ganze Wissen benötigt wird: zwei Buchführungskonten, z.B. 70010 Bürohaus Müller und 4930 Bürobedarf, sowie die Angabe, welches der Konten im Soll und welches im Haben bebucht wird (dazu später mehr...).
Das Ganze geht ziemlich schnell, und oft arbeitet man viele Buchungen in relativ kurzer Zeit fast mechanisch ab.
Nachdem man z.B. die Eingangsrechnungen eines Mandanten gebucht hat (also die Rechnungen, die andere Unternehmen an den Mandanten geschickt haben), kommen die Ausgangsrechnungen dran. Das geht schnell, denn vieles wiederholt sich, z.B. muss die Rechnungsnummer vielleicht nicht jedesmal neu eingetippt werden, sondern es wird automatisch vom Programm hochgezählt, und das Datum ist immer das gleiche, weil der Mandant an einem Tag alle Rechnungen des Monats erstellt. Danach kommen noch das Kassenbuch und das Bankkonto, wobei die Zahlungseingänge und -ausgänge den schon gebuchten Rechnungen zugeordnet werden.
Jetzt kommt vielleicht etwas Kommunikation mit dem Mandanten - es fehlen Rechnungen, und das Kassenbuch ist im Minus - das geht nicht, weniger als Null kann nicht in der Kasse sein.
Schließlich überprüft man alle Buchführungskonten noch mal und erstellt dann mit wenigen Klicks die Unterlagen für den Mandanten wie zum Beispiel die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), aus der der Mandant vielleicht zum ersten Mal erfährt, ob er im vergangenen Monat Geld verloren oder verdient hat, und schickt die Umsatzsteuervoranmeldung (USt-VA) ans Finanzamt. Der Mandant bekommt eine E-Mail, in der man ihm mitteilt, wieviel Umsatzsteuer diesen Monat ans Finanzamt abeführt werden muss (oder ob er etwas zurückbekommt.) und welche Belege noch fehlen. Und dann geht das Ganze mit der nächsten Mandantin los.

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